| Fugu – der giftige Kugelfisch als Delikatesse |
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In vielen ostasiatischen Ländern, vor allem in Japan, werden Kugelfische als Nahrungsmittel angesehen. In Japan werden Kugelfische unter dem Namen „Fugu“ gerne als teure Delikatesse verzehrt. Das Besondere an dieser Mahlzeit ist nicht der eher schwache Geschmack, sondern die leichten und sogar erwünschten Nebenerscheinungen. Dazu zählen ein leichtes Kribbeln im Mundbereich, ein Taubheitsgefühl und angeblich eine aphrodisierende Wirkung. Wird der Fisch allerdings falsch zubereitet, kann noch zuviel des sehr starken Giftes Tetrodotoxin enthalten sein, welches durchaus tödlich wirken kann. Seit wann Fugu zubereitet wird ist nicht genau bekannt, doch gibt es schon mehrere hundert Jahre alte japanische Schriften, die vom Verzehr der Kugelfische handeln und auch davor warnen. Bemerkenswert ist auch, dass die japanische Kaiserfamilie zu ihrer eigenen Sicherheit kein Fugu essen darf. Zumeist handelt es sich bei den angebotenen Kugelfischen um Wildfänge aus dem Meer oder diese werden in vom Meer abgetrennten Buchten gezielt gezüchtet. In heutiger Zeit werden Kugelfische vermehrt in Aquakultur gehalten. Diese Kugelfische enthalten folglich kein Gift mehr und Kritiker sehen darin den Höhepunkt einer Kugelfischmahlzeit verloren. Um in Japan Fugu zuzubereiten benötigen Köche eine spezielle Lizenz. Diese müssen sich die Köche in einer mehrjährigen Lehrzeit erarbeiten. Am Ende dieser Zeit muss der Koch eine Prüfung ablegen, bei der er in einer bestimmten Zeit einen Kugelfisch zerlegen und die giftigen und weniger giftigen, also genießbaren Teile des Fisches voneinander trennen muss. Jedes Jahr versuchen Hunderte von Köchen die Prüfung zu schaffen, die Durchfallquote ist aber relativ hoch. Die strengen Gesetze über den Verkauf von Kugelfisch wurden 1958 eingeführt, da jährlich über hundert Menschen an Kugelfischvergiftungen starben. Die Anzahl der Kugelfischvergiftungen nimmt seit einigen Jahrzenten immer weiter ab und heutzutage sterben nur noch einzelne Personen jährlich daran. Es gibt mittlerweile sogar Kugelfischzentralen in Japan, die Kugelfische für Restaurants vorbereiten , welche keinen eigenen Koch dafür beschäftigen. Über den Verbleib der Kugelfischreste aus den Restaurants gibt es strikte Regeln. Entweder werden die Reste in abgeschlossenen Mülltonen aufbewahrt und dann verbrannt oder die Reste werden direkt in die Kugelfischzentralen gebracht, die diese auch vernichtet. Diese starke Reglementierung entstand dadurch, dass einmal in Japan über hundert Obdachlose die Kugelfischreste aus dem Müll verzehrten und daran starben. Auch in den Fischmärkten in Japan wird alles streng kontrolliert. Nur wer eine Lizenz vorweisen kann, darf dort die begehrten Fische kaufen. Oftmals werden die Kugelfische aber auch noch lebend in die Restaurant gebracht, in denen sie dann in großen Aquarien zur Schau gestellt werden. Diesen Fischen wird oft das Maul zugebunden, damit sie sich nicht gegenseitig verletzen. Auch heutzutage gibt es jedes Jahr noch einige Todesfälle durch den Verzehr von Kugelfischen. Die meisten dieser Fälle sind jedoch auf Privatleute zurückzuführen, die ahnungslos Kugelfische fangen und falsch zubereiten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Kugelfisch zu essen. Die häufigste ist das sog. Fugu Sashimi. Andere Begriffe dafür sind Fugu Sashi oder Tessa. Es handelt sich hierbei um dünn geschnittene Scheiben des rohen Fisches, die meistens mit der landestypischen Soße „Wasabi“ gereicht werden Fugu-chiri ist eine Mischung aus Kugelfisch und Gemüse mit einer dipping Sauce Fugu Kara-age ist fritierter Kugelfisch und beim Fugu Hire-zake handelt es sich um eine Suppe mit gebratenen Flossen. Manchmal gibt es dazu noch einen Yubiku genannten Salat, welcher Kugelfischhaut enthält. Am Ende und als Abschluss des Essens wird gelegentlich noch eine geringe Menge der Lunge oder Leber gereicht, die allerdings weitaus giftiger sind als die anderen Gänge. Eine Kugelfischmahlzeit kann in Japan umgerechnet mehrere hundert Euro kosten Auch in anderen Ländern, z. B. in den USA gibt es vereinzelt Kugelfische in spezialisierten Restaurants. Die verwendeten Kugelfische stammen dabei teilweise aus der Region oder werden teilweise sogar aus Japan importiert. In Deutschland ist der Verzehr und Verkauf von Kugelfischen als Nahrungsmittel verboten.
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| Donnerstag, den 24. September 2009 um 14:00 Uhr |


