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Kugelfischvergiftung Drucken

 

Die Kugelfischvergiftung beruht auf dem Verzehr falsch zubereiteter Kugelfische, beispielsweise durch Laien, oder oft auch durch den Verzehr von Kugelfischen die aufgrund der extremen Giftigkeit als nicht essbar einzustufen sind.

Eine der ersten überlieferten Kugelfischvergiftungen stammt aus dem Jahre 1774. Am 7. September 1774 ging der Seefahrer James Cook vor dem neu entdeckten Neukaledonien vor Anker und bekam von den Eingeborenen einen ihm unbekannten Fisch geschenkt, der zuerst untersucht und kategorisiert wurde. Dies dauerte so lange, dass nur Cook und ein weiterer Naturforscher an Bord von dem Fisch kosteten. Morgens wachten dann beide mit den „üblichen" Symptomen einer Kugelfischvergiftung auf. Das einzige Todesopfer dieses Kugelfisches war ein Schwein, welches die Innereien gefressen hatte. Heute weiß man, dass es sich bei dem Fisch um einen Lagocephalus sceleratus handelte.

Wenn von einer Kugelfischvergiftung die Rede ist, wird meist sofort Tetrodotoxin als Verursacher beschuldigt. Das muss aber nicht immer so sein. Auch Saxitoxin kann diese Vergiftung auslösen. Tetrodotoxin und Saxitoxin sind beides selektive Natriumionenkanal-Blocker und haben so die gleiche Wirkung auf das Nervensystem: eine mehr oder weniger starke Hemmung der Informationsweiterleitung, die zu einer Lähmung der Muskulatur führt.

Die ersten Symptome einer Kugelfischvergiftung treten frühestens nach wenigen Minuten und spätestens nach wenigen Stunden auf. Eine schwerere Vergiftung läuft dabei wie im folgenden geschildert ab. 

  • Die Kugelfischvergiftung beginnt mit einem Taubheitsgefühl im Mundbereich. Es kommt zum Unwohlsein, Schwindel, vermehrten Speichelfluss, Schwitzen und Kopfschmerzen. Mit der Zeit wandert das Taubheitsgefühl in den Körper und die Gliedmaßen. Auch der Verdauungstrakt kann betroffen sein, was sich durch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall äußert.
  • Im weiteren Verlauf verstärkt sich das Taubheitsgefühl und die Gliedmaßen werden gelähmt, während die Reflexe anfangs noch funktionieren. Die Pupillen sind erst verengt, weiten sich dann und erstarren.
  • Mit der Zeit kommt es zu Atembeschwerden, Atemnot, Schmerzen in der Brust und Blausucht (Blaufärbung aufgrund von Sauerstoffmangel). Die Lähmung schreitet fort und Schlucken und Sprechen wird unmöglich während das Opfer bei vollem Bewusstsein ist.
  • Es kann zu Blutungen und Herzrhythmusstörungen kommen, der Blutdruck sinkt stark. Erfolgt eine vollständige Atemlähmung, schlägt das Herz noch kurze Zeit weiter. Der Tod tritt normalerweise in den ersten Stunden ein, spätesten einen Tag nach der Giftaufnahme. Der Vergiftete verliert das Bewusstsein erst kurz vor dem Tod. Die meisten Symptome bekommt er noch mit, kann sich aber weder Bewegen noch Sprechen.

Es existiert kein Gegengift und somit ist eine Behandlung nur symptomatisch möglich. 

Wird die vergiftete Person durch medizinische Versorgung die ersten 24 Stunden am Leben erhalten, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit relativ hoch.

Die geschilderten Symptome müssen natürlich nicht immer alle nacheinander auftreten, sie sind abhängig von der Menge des aufgenommenen Giftes.

 

Literatur

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  • Centers for Disease Control and Prevention (2002): Neurologic Illness Associated with Eating Florida Pufferfish, 2002. In: Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR) 51(15):321–323.
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  • Chew, S. K. et al. (1983): Puffer fish (tetrodotoxin) poisoning: clinical report and role of anti-cholinesterase drugs in therapy. In: Singapore Medical Journal 24(3):168–171.
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  • Lau, F. L. et al. (1995): Puffer fish poisoning. In: Journal of Accident and Emergency Medicine 12:214–215.
  • Noguchi, Tamao & Arakawa, Osamu (2002): Tetrodotoxin – Distribution and Accumulation in Aquatic Organisms, and Cases of Human Intoxication. In: Marine Drugs 6(2):220–242.
  • Price, Grenfell (Hrsg.) et al. (1971): Captain James Cook. Entdeckungsfahrten im Pacific. Die Logbücher der Reisen von 1768 bis 1779. Tübingen: Horst Erdmann.

 

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Donnerstag, den 24. September 2009 um 14:00 Uhr
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