Startseite / Der Kugelfisch / Körperbau
Der Körperbau der Kugelfische Drucken

Kugelfische haben im Normalzustand wenig gemeinsam mit einer Kugel. Der Körper ist meist spindelförmig und wird nach hinten hin dünner. Eine Ausnahme bilden hier die Spitzkopfkugelfische, deren Körper, wie der Name schon vermuten lässt, auch nach vorne hin spitz zuläuft.

Tetraodon mbu

Tetraodon mbu

Der Kopf ist außergewöhnlich groß und meist rundlich. Die großen Augen sitzen seitlich des Kopfes auf eigenen kleinen Augenhügeln und können vom Kugelfisch getrennt voneinander bewegt werden. Dadurch wird eine hervorragende Rundumsicht erreicht. Das Maul mit den großen Lippen erinnert an einen Schnabel. In ihm befinden sich vier Zahnplatten, jeweils zwei oben und unten. Die Nase besteht aus einer oder zwei Röhren im oberen Teil des Kopfes, zwischen den Augen und dem Maul. An der Austrittsstelle gibt es je nach Art Lappen, Röhren oder nur einfache Öffnungen. Die Kiemenspalten befinden sich knapp vor den Brustflossen, auf beiden Körperseiten. Diese sind oval bis rundlich und werden von einer dünnen Hautschicht bedeckt.

Die Rückenflosse befindet sich im Vergleich zu anderen Fischen sehr weit hinten am Fischkörper, etwa im letzten Drittel. Die Afterflosse liegt direkt darunter. Die beiden Brustflossen sind von der Höhe gesehen etwa in der Körpermitte. Bauchflossen sind keine vorhanden. Die Schwanzflosse erreicht oft eine imposante Größe. Die Anzahl der Flossenstrahlen ist je nach Art verschieden und ist deshalb auch ein gutes Merkmal bei der Artbestimmung.

Die Haut ist lederartig. Die Schuppen sind zu kleinen Stacheln umgebildet, die man nur sieht, wenn sich der Kugelfisch aufbläst. Im Normalzustand haben Kugelfische auf dem Rücken, auf beiden Seiten und am Bauch viele kleine weiße Punkte. Das sind die Stellen, an denen beim Aufblasen die Stacheln hervortreten.

Es gibt so gut wie alle Formen, Muster und Farben auf der Haut. Sowohl rot, blau, gelb, grün, weiß, schwarz etc. und an Mustern Punkte, Striche, Kreise etc. Auffallend an der Färbung sind bei manchen Kugelfische sogenannte Augenflecken, z. B. bei Monotrete cochinchinensis. Diese liegen hinten seitlich am Körper und täuschen so Feinde. Die Intensität der Färbung kann durch die Stimmungslage beeinflusst werden. Blasse Farben deuten auf Unbehagen oder Schrecken hin, intensive Farben zeigen sich oft bei der Balz. Einige Kugelfische, z. B. Tetraodon miurus, Tetraodon suvattii, und Torquigener flavimaculatus können ihre Hautfarbe ihrer Umgebung anpassen. So sind sie für Feinde, wie für potentielle Nahrung fast unsichtbar. Hierbei können sogar komplexe Untergrundgegebenheiten nachgeahmt werden.

Die Größe der Kugelfische variiert zwischen drei Zentimetern beim Zwergkugelfisch Carinotetraodon travancoricus und 1,2 Metern beim Riesenkugelfisch Arothron stellatus.

Geschlechtsunterschiede festzustellen erweist sich zumeist als schweres oder gar unmögliches Unterfangen, da die meisten Arten einen sehr geringen oder keinen Geschlechtsdimorphismus aufweisen. Einfach ist es bei Süßwasserkugelfischen der Gattung Carinotetraodon. Bei ihnen gibt es deutliche Unterschiede in Form von Körperbau, Größe und Färbung. Bei den meisten anderen Süßwasserkugelfischen kann man die Geschlechter am Verhalten erkennen, da stets das Männchen alleine das Gelege bewacht.

 

[Zurück zu: „Artübersicht"]

[Weiter zu: „Das Aufblasen der Kugelfische"]

 

Donnerstag, den 24. September 2009 um 14:00 Uhr
  [nach oben]